WAS WIR TUN

Ackerbau und Feldwirtschaft auf Hof Mahlitzsch

Grundlage des Ackerbaus auf Hof Mahlitzsch ist der sehr fruchtbare Lößlehmboden, der in unserer Gegend bis zu 8 m mächtig ist. In Verbindung mit einer Durchschnittstemperatur von 8,1 °C und 700 l Niederschlag pro qm und Jahr haben wir hier nahezu ideale Bedingungen vorgefunden, um biologisch-dynamisch zu wirtschaften. Unsere Felder und Wiesen liegen am Südostausläufer der Lommatzscher Pflege, wo nachweislich bereits vor 5000 Jahren Menschen siedelten, um die wüchsigen Böden zu kultivieren.


Ein großes Erbe, das es zu bewahren gilt. Ein Faktor, an dem abgelesen werden kann, wie es um die Lebendigkeit der Böden bestellt ist, ist der Humusgehalt. Um nun den Humus nicht weniger werden zu lassen, achten wir neben den notwendigen Maßnahmen zum Erosionsschutz besonders auf die Fruchtfolge, also die feste Abfolge der Kulturpflanzen auf den einzelnen Schlägen. Im Zusammenhang mit der Mist- und Kompostdüngung, der Ausbringung von Gülle, sowie der Anwendung der biologisch-dynamischen Präparate entsteht ein stabiles System, das allermindestens Humusneutral ist und gleichzeitig zufriedenstellende Erträge liefert.


So sieht die Mahlitzscher Fruchtfolge bei einer durchschnittlichen Schlaggröße von 12 ha aus: Nach einem Jahr Rotklee kommen auf einer Hälfte Kartoffeln und auf der anderen Winterweizen. Zu den Kartoffeln geben wir 40 to/ha angerotteten Stallmist. Im dritten Jahr bauen wir dort Winterweizen, wo im Vorjahr die Kartoffeln standen und Kartoffeln wo zuvor Winterweizen angebaut wurde. Im vierten Jahr säen wir Roggen, im fünften dann Luzerne gemischt mit Gras, was wir auch im sechsten Jahr stehen lassen. Im siebten Jahr kommt Weizen, im achten Jahr Wintergerste, im neunten Triticale (eine Kreuzung aus Weizen und Roggen) im Gemenge mit Wintererbsen, im zehnten Jahr Weizen. Jetzt schließt sich der Kreis, denn nach einer Kompostdüngung von 2o to/ha kommt wieder der Rotklee.


Da wir unsere Felder in etwa zehn Schläge eingeteilt haben, ernten wir also von jeder Kultur jedes Jahr, manche auch öfter, wenn sie mehr als einmal in der Fruchtfolge vorkommen. Für den Fall, dass die Böden längere Zeit brach liegen, also nicht bestellt sind, säen wir Zwischenfrüchte (Senf, Ölrettich, Gras, Phazelie), um den Bodenstickstoff zu binden und die Erosion zu mindern. Seit etlichen Jahren sind auf Mahlitzscher Feldern auch Blühstreifen zu erkennen: Dort lassen wir die Pflanzen zum Blühen kommen, um auch den Insekten, allen voran den Bienen, ihr Überleben zu erleichtern.





Der Gemüseanbau auf Hof Mahlitzsch

Schon in alter Zeit war es auf den fruchtbaren Böden unserer Gegend üblich, das Gemüse nicht nur im Garten für die eigene Versorgung zu ziehen, sondern dies auch gewerbsmäßig anzubauen. In unserem Bemühen, für die Direktvermarktung auch attraktive Produkte aus eigener Erzeugung anbieten zu können, begannen wir bereits im ersten Jahr unseres Hierseins auf dem Feld, wo heute der Kuhstall steht, im kleinen Stil Möhren, rote Beete und Kraut anzubauen. Das Unkraut explodierte damals förmlich, war es doch das erste mal seit bald 40 Jahren, dass keine chemischen Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kamen. Trotzdem erzielten wir eine kleine Ernte von guter Qualität, die der Grundstock zu unseren ersten Belieferungen von Dresdner und Meissner Kunden mit der Ökokiste wurde.


Das ist nun lange her. Heute wirtschaften auf einem eigenen Gemüsefeld vier Gärtner und ein Lehrling. Zu 8,5 ha Freiland gehören inzwischen fast 1000 qm Folienhausfläche, 2010 waren mehr als 25 Kulturen im Anbau. Neben den klassischen Kulturen wie Salate in allen Variationen bis hin zum Rukola, gehören neben Wurzel- und Fruchtgemüse auch Kräuter, vom Schnittlauch bis zur Petersilie, zur Anbaupalette. In den Folienhäusern stehen nach Salat und Kohlrabi Tomaten, Gurken und Paprika. Sind diese abgeerntet folgt Feldsalat und Postulein.


Da das Gemüsefeld sehr exponiert ist halten sich bei unserer steten Windlage die Pilzkrankheiten, die es in der Regel gerne warm, feucht und windstill haben, in Grenzen. Die tierischen Schädlinge, wie diverse Mücken, Fliegen und Motten, haben bereits vor 10 Jahren mitgeschnitten, dass hier neue Nahrung in der Feldflur wächst. Mit weiten Fruchtfolgen, Nützlingen und Kulturschutznetzen versuchen wir uns dagegen zur Wehr zu setzen. Größtenteils mit Erfolg. Keinen Erfolg hatten wir 2010 mit der Schneckenabwehr, die schleimigen Kriecher kannten kein Pardon und waren einfach in der Überzahl. Bedingt durch den Umstand, dass wir keine Monokulturen anbauen, hielt sich zum Glück auch der Schaden in Grenzen, einmal mehr bewahrheitete sich die Bauernweisheit „sicher steht man nur auf mehreren Beinen.“





Die Backstube

Zum Hof gehört eine kleine Backstube, in der täglich frisch gebacken wird. Für unsere Brote und Brötchen verwenden wir ausschließlich eigenes Demeter-Getreide sowie Wasser, Meersalz und selbstgemachten Sauerteig. Keinerlei künstliche Zutaten kommen zum Einsatz, und alles ist noch traditionelle Handwerkskunst - von der industriellen Bäckerei sind wir damit weit entfernt.

 

 



Das Getreide wird nach Bedarf gemahlen und anschließend zu einem Teig verarbeitet, der über 16 Stunden in Ruhe aufgehen kann. Mit der Hand werden dann die einzelnen Brote geformt und im Steinbackofen zu frischem , durch die schonende Verarbeitung lange haltbaren Broten gebacken.


Zur Zeit bieten wir folgende Sorten an: reines Roggenvollkornbrot, Roggen-Weizenmischbrot, Sonnenblumenbrot, Hoftöchterbrot, (-was ist das denn?), Hirsebrot, Roggen-Dinkelbrot  und Toastbrot. Zusätzlich gibt es unser Überraschungsbrot, wobei es sich um ein wöchentlich wechselndes Körnerbrot handelt, das mit feinen biologischen Saaten angereichert ist. Für unseren Hofladen backen wir außerdem noch frische Brötchen und Baguettes. - Guten Appetit!



Die Molkerei

Direkt am Stallgebäude befindet sich die kleine Hofmolkerei. Hier wird unsere in der Region gut bekannte Mahlitzscher Vollmilch abgefüllt und der leckere Natur-Joghurt hergestellt.Um das natürliche Lebensmittel Milch mit seinen wertvollen Bestandteilen so unverändert wie möglich zu lassen und trotzdem eine gewisse Haltbarkeit zu erreichen, pasteurisieren wir die Milch zwar, homogenisieren aber nicht, da das Schlagen und Rühren die Struktur der enthaltenen Fette beschädigt. Zum Einsatz kommt bei uns ein Plattenpasteur mit einer Kapazität von ca. 1.000 l/h, in dem die Milch für 20 Sekunden auf 73°C erhitzt und anschließend auf 6° heruntergekühlt wird. Gleich danach erfolgt die Abfüllung in Flaschen, in denen die Milch dann gekühlt ca. 7 Tage haltbar ist.



Für die Joghurtherstellung muss die Milch für 10 Minuten auf 85°C erhitzt und hinterher auf 54° abgekühlt werden. Nach dem Einrühren der Joghurtkultur und dem Abfüllen in Flaschen werden diese für etwa 7 Stunden bei 35° bebrütet, in welcher Zeit die Bakterienstämme die Milch in den beliebten Joghurt umwandeln. Die 3 Beschäftigten in der Molkerei füllen an 3 Tagen in der Woche insgesamt 4.500 bis 5.000 l Milch und etwa 600 l Joghurt ab. Dabei ist die Frische garantiert, denn wenn um 6:00 Uhr morgens das Melken beginnt, befindet sich die erste Milch bereits 1 Stunde später in der Flasche. - Bis zum Ende des Abfüllvorgangs vergehen nur etwa 2 Stunden; die Vorbereitungszeit bis zur Betriebsbereitschaft der Anlage dauert jedoch auch schon 1,5 Stunden und die folgende Reinigung dann nochmals 2 Stunden. Natürlich stellen wir in der Molkerei einen sehr hohen hygienischen Standard sicher, und zusätzlich wird auch die Milch selbst mindestens 1 Mal pro Woche im Labor genau untersucht. Mitte Juli 2005 haben wir unsere neue Flaschenwaschmaschine bekommen, da das bisherige, mehrere Jahrzehnte alte Gerät mit seinem enormen Bedarf an Wasser, Energie und Arbeitseinsatz einfach nicht mehr zeitgemäß war. Mittelfristig haben wir vor, neben Joghurt auch Quark herzustellen, und später hoffen wir dann, auch Käse anbieten zu können. Da hierzu natürlich weitere Um- und Anbauten notwendig sind sowie die Anschaffung der erforderlichen Utensilien, wird bis zur Umsetzung dieser Pläne allerdings noch etwas Zeit vergehen. 



Die Mahlitzscher Ökokiste

 Wir bieten Ihnen köstliche Bauernhofprodukte aus kontrolliert biologischem Anbau und bringen Ihnen jede Woche ganz nach Ihrem Bedarf Gemüse und Obst sowie Milch, Joghurt, Käse, Eier, Wurstwaren, Mehl, Brot und Wein direkt an die Haustür.

 

 



Sie bestellen
und werden nach Ihren Wünschen regelmäßig oder auch nur einmalig beliefert. Unsere Routen umfassen die Regionen Dresden, Meißen, Coswig, Riesa, Freital und Freiberg .


So bekommen Sie
frische schmackhafte und bekömmliche Kost vom Lande ganz ohne Autostress. -


Ausführliche Informationen
zu unserem Angebot erhalten Sie gern von Elke Schwab ,Alexander Boas und Jaqueline Seyfried aus unserem Büro. Außerdem möchten wir Sie aber auch herzlich einladen, unseren {Online-Shop} zu besuchen, wo Sie ebenfalls weitergehende Informationen finden.



Die Viehhaltung

Rinder, insbesondere Milchkühe haben auf Demeter Betrieben traditionell einen hohen Stellenwert. 

 

 



Das hängt damit zusammen, dass die Kühe neben Milch und Fleisch und  den für die Düngung der Felder unverzichtbaren Mist, wichtige Hüllen für die Herstellung der biologisch-dynamischen Präparate ( siehe  Erklärung :  Biologisch-Dynamisch, was ist das ? ) liefern.




So ist auch das einzig neu errichtete Wirtschaftsgebäude in Mahlitzsch der große Offenstall, der 1996 für 80 Kühe und deren Nachzucht gebaut wurde.  Dort  sind alle Tiere in Laufställen untergebracht,  wo sie auf Stroh liegen können und zweimal täglich gefüttert und gemolken werden.  Im Sommerhalbjahr gehen sie  auf die Weide hinter dem Stall bis hinunter nach Mergental. Durch die sorgfältige Haltung und Fütterung  leben die Kühe recht lange, bevor sie zuletzt doch geschlachtet werden, erst im Januar 2011 ist die damals älteste Kuh mit Namen Kümmel im Alter von 16 Jahren gestorben. In dieser Zeit hat sie 65 Tonnen Milch (das 100 fache des Körpergewichts) abgeliefert und 13 Kälber geboren, eine stolze Bilanz.   Dafür hat sie allerdings auch 150 Tonnen Heu und Silage gefressen und  425.000 Liter Wasser gesoffen. Apropos Namen.  Jede Kuh auf Hof Mahlitzsch hat natürlich einen Namen.  Weil es schwierig klingt, wenn morgens der Lehrling fragt, wann denn Susi, Emmi und Gabi zum Schlachter gehen,  suchen wir nach Namen, die zur Kuh passen, aber eben keine Menschennamen sind.  Wenn Sie unsere Kühe im Stall besuchen, dann treffen Sie auf April, Donau, Elektra, Feder, Ghana, Jakira, Küste (Tochter von Kümmel) und so weiter in diesem Sinne.


Damit in unserem Land auch alles seine Ordnung hat, trägt jedes Tier ab dem 2. Lebenstag vorschriftsmäßig im linken und rechten Ohr eine Marke mit 14 stelliger Nummer und Barcode.  Das sieht nicht gut aus, muss aber so sein, wer es nicht tut, macht sich strafbar. Zu den Besonderheiten der Rinderhaltung in Mahlitzsch gehört auch, dass die Kälber nicht mit Eimern oder Tränkeautomaten großgezogen werden, sondern mit eigens dafür gehaltenen Ammenkühen, die jeweils 2 bis 3 Kälber unter ihren Fittichen haben.  Das garantiert den Jüngsten immer warme Milch und die aufmerksame Fürsorge einer  Ersatzmutter. Für uns nicht besonders aber eben auch nicht mehr selbstverständlich:  Sollten Sie uns besuchen wollen, sind Sie natürlich auch in unserem Stall immer herzlich willkommen.  Gönnen Sie sich eine halbe Stunde und beobachten Sie die Kühe beim Wiederkäuen,  Sie werden anschließend anders denken als zuvor…